Geschichtliches zur
St. Cyriakus - Kirche

Baugeschichte St. Cyriakus

Der Bau der St. Cyriakus Kirche entstand in der Zeit von 1250 bis 1490 und zwar in 3 großen Bauabschnitten.

Zunächst wurde um 1250 das Westwerk, allerdings nur mit dem nördlichen Turm, vor eine bereits vorhandene (romanische Kirche) gebaut. Im Turm befindet sich bis heute noch die Türmerstube für den Stadtwächter („Tornemann“), der von dort oben aus die Stadt überblicken und bei Gefahr "Sturm" läuten konnte. Das Westwerk ist frühgotisch und wie das sehenswerte Portal zeigt, von der Bauhütte beeinflusst, die die Elisabethkirche in Marburg gebaut hat.

1394 wurde der Grundstein zum hochgotischen Chorraum gelegt. Baumeister war Wilhelm Knoke. Er hatte Verbindungen zur Prager Bauhütte (Teyn-Kirche 1380).

Nachdem dieser Bauabschnitt fertiggestellt war ging man daran, das noch verbliebene romanische Mittelschiff durch ein spätgotisches zu ersetzen. Anfangs errichtete man die Außenmauern des jetzigen Mittelschiffs. Das romanische Mittelschiff blieb zunächst stehen und wurde erst abgerissen, als der Fortgang des Baues dies erforderte. Es stand also auch während der Bauarbeiten für den Gottesdienst noch lange zur Verfügung Die Arbeiten wurden schließlich mit der Einwölbung 1490 durch Meister Helmholtz aus Göttingen abgeschlossen.

1854 wurde dann nach einem Brand des Dachstuhles das Westwerk durch einen zweiten Turm ergänzt.

Trotz der unterschiedlichen Bauphasen macht das Bauwerk einen sehr geschlossenen Eindruck und gehört sicher zu den großen Sehenswürdigkeiten des Eichsfeldes.

Kunstwerke am und im Gebäude

An Steinmetzarbeiten sind neben dem bereits erwähnten Hauptportal vor allem die 80 Schlußsteine im Deckengewölbe der Kirche zu erwähnen. Neben einigen Christusdarstellungen (Tod und Auferstehung) sind vor allem Heilige in den Schlußsteinen abgebildet. Nur drei sind mit den Wappen der Stifter bzw. des Baumeisters geziert.

Die Fresken in den beiden Jochen vor der Orgel sind bald nach der Einwölbung 1490 entstanden (Allegorische Gegenüberstellung von Heil und Unheil).

Hochaltar (Flügelaltar gotisch um 1500) bildliche Darstellung der christologischen Aussagen des apostolische Glaubensbekenntnisses (im Chorraum der Kirche)

Gnadenstuhl‑Altar (gotisch um 1470) früher St. Martinikapelle in Duderstadt (jetzt im sogen. Johanneschor).

Heilige Sippe (spätgot. / Renaiss.) Rest aus einem St. Annen‑Altar (im sogen. Johanneschor)

Beweinung Christi (spätgot.). Eindrucksvolles Relief mit den 3 Marien und dem Apostel Johannes. Im Hintergrund finden sich in Miniaturdarstellung Szenen von der Gefangennahme Jesu bis zur Andeutung der Auferstehung des Herrn (südl. Seitenschiff)

Taufbrunnen (barock 1694) Auf dem Deckel die Darstellung der Taufe Jesu im Jordan. Am Fuß des Taufbrunnens Delphine (Fisch = Hinweis auf Christus) und Putten (südl. Seitenschiff.

Epitaph des Heinrich Hertwig + 18.09.1626 an der Pest (Nahe Taufbrunnen)

2 Kreuzigungsgruppen (gotisch) (nördliches Seitenschiff, Westwerk 12. Johanneschor)

Hl.Familie auf der Flucht (barock), wenn nicht "Flucht" in Latein darunter stände, könnte man meinen, es sei ein Sonntagsspaziergang. (nördliches Seitenschiff, Westwerk)

10 Gildeleuchter (barock 1700 - 1750) Sie werden heute noch bei Prozessionen getragen.

Einzelne Handwerkergilden haben sie gestiftet. Sie zeugen von der Bedeutung der Zünfte in der Stadt. (Bankenden im Mittelschiff)

Apostelfiguren an den Säulen des Mittelschiffes (barock 1660 bis 1666). Sie wurden nach dem 30-jährigen Krieg von Meister Kersten für diese Kirche geschaffen. Die später rückgängig gemachte Barockisierung des Kirchenraumes unterstrich den Willen des Stadtpfarrers und bischöfl. Kommissarius des Eichsfeldes Herwig Böning, eine "katholische" Atmosphäre zu schaffen.

Orgel (1734 barock) das größte Werk des Orgelbauers Johann Creutzburg. (Empore) Näheres finden sie in einem eigenen Text zur Orgel vermerkt.

Erwähnenswert sind natürlich auch einige Goldschmiedearbeiten, die zur Propsteikirche gehören, allerdings aus verständlichen Gründen nicht frei zugänglich sind: Ältestes Stück ist ein Reliquienkreuzaus dem 13. Jhdt. Es stammt aus Nordhausen (Stiftskirche zum Heiligen Kreuz) und kam durch Kauf 1672 nach Duderstadt.

Der Jakobuskelch - ein spätgotischer Kelch. Es handelt sich um eine Stiftung der Jakobusbruderschaft Duderstadt, die im Mittelalter Santiago - und andere Pilger betreute. (Anfang 16. Jhdt.)

Eine große Monstranzvon Johann David Saler (Augsburg 1716 barock) mit schöner Darstellung der Dreifaltigkeit.

Im Jahre 1894 wurde die Pfarrkirche St. Cyriakas anläßlich der 500 Jahrfeier der Grundsteinlegung des Chorraumes durch Papst Leo XIII. zur Propsteikirche erhoben. Das entsprach sicher einer Bitte des damaligen Fürstbischofs von Breslau, Kardinal Kopp, der gebürtiger Duderstädter war. An ihn erinnert das bronzene Denkmal vor der Propsteikirche.

Das Standbild des Hl. Johannes Nepomuk (ebenfalls vor der Propsteikirche) hatte früher einen anderen Platz (Brückenheiliger). Zu beachten ist allerdings, daß diese Figur bereits 1724 geschaffen wurde, während die Heiligsprechung erst 1729 erfolgte. Dieser Tatbestand unterstreicht die engen Verbindungen, die damals zwischen Duderstadt und Prag bestanden.

Heute gehören zur Pfarrgemeinde St. Cyriakus 6000 kath. Christen. Zentrum des Gemeindelebens ist natürlich die Feier der Eucharistie (Messe), aber daneben gibt es auch viele Aktionen und Aktivitäten, die zum Teil im Pfarrheim neben der Kirche (der alten Lateinschule, dem 1. Gymnasium in Duderstadt) ihren Ort haben.